Warndienst Binnenhochwasser Hamburg

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Der Warndienst Binnenhochwasser Hamburg

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer informiert mit dieser Internetseite über mögliche Hochwassergefahren in Folge von Niederschlägen an den wichtigsten Hamburger Binnengewässern. Der aktuelle Warnstatus wird als Karte oder Tabelle ausgegeben. Die Herleitung und Bedeutung der Warnstufen werden unten beschrieben.

Der Warndienst ist rund um die Uhr in Betrieb und liefert fortlaufend Informationen zu den Wasserständen in den Gewässern und möglichen Hochwassergefahren aufgrund von Niederschlägen. Die Einstufung und Darstellung der Informationen erfolgt vollautomatisch. Das System wird zudem von Fachexperten betreut, die bei Gefahr oder Eintritt von Hochwasserlagen im Lagebericht weitergehende Informationen veröffentlichen. Informationen zum Betrieb (z.B. Störungsmeldungen) und zu technischen Neuerungen (z.B. Einrichtung neuer Warnpegel) werden in den Betriebsinformationen aufgeführt.

Wesentliche Informationen für die Hochwasservorhersage und -warnung sind die Wasserstände an derzeit 68 Warnpegeln an den Gewässern und die Niederschlagsmessungen und -vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Diese werden nach den nachfolgend beschriebenen Kriterien hinsichtlich der daraus resultierenden aktuellen oder möglichen Hochwassersituation eingestuft und für jeden Pegel dargestellt. Hierzu wird das Pegelsymbol auf der Karte in drei Segmente unterteilt, die entsprechend der Einstufung eingefärbt werden. In der Tabelle der Pegel erfolgt eine ähnliche Darstellung, hier wird die Niederschlagvorhersage jedoch zusammenfassend für alle Pegel am Kopf der Tabelle angegeben.

Auf dieser Internetseite finden sich auch die aktuellen Wasserstände der Elbe im Bereich Hamburg. Diese werden von der Hamburg Port Authority (HPA) betrieben und hier durch eine Verlinkung dargestellt. Vorhersagen und Sturmflutwarnungen werden vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie herausgegeben.

Darüber hinaus sind die Internetseiten des Länderübergreifenden Hochwasserportals mit der Darstellung der Hochwasserlage in Deutschland sowie die Landesportale von Schleswig-Holstein und Niedersachsen über Links zu erreichen.



Beschreibung der Kartendarstellung

Die Karte des Warndienstes stellt die wichtigsten Hamburger Binnengewässer und die Warnpegel mit einer dreistufigen Einteilung des Pegelsymbols dar.

- Niederschlagsvorhersage
- Niederschlagsmessung
- Wasserstand

Das obere Segment enthält eine farbliche Einstufung der Niederschlagsvorhersage, die den Kriterien des Deutschen Wetterdienstes für Wetterwarnungen; (s.u.) folgt. Die Niederschlagsvorhersage beruht auf der Auswertung von Modellrechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Das mittlere Segment gibt Angaben zu den gemessenen Niederschlägenim Einzugsgebiet (Gebietsniederschlag) des betreffenden Beobachtungspegels. Grundlage hierfür ist die kontinuierliche Auswertung der gemessenen Radarniederschläge. Auch diese werden nach den Kriterien des DWD ausgewertet und das Segment entsprechend der Einstufung eingefärbt.

Das untere Segment stellt die Einstufung des Wasserstandesam betreffenden Warnpegel dar. Diese Einstufung basiert auf einer Klassifizierung der Wasserstände nach den Auswirkungen auf die an das Gewässer angrenzenden Bereiche.

Die Abbildung zeigt eine Warnsituation mit entsprechender farblicher Einstufung der Segmente des Symbols.

Bildschirmfoto der Karten-Seite



Niederschlagsvorhersage

Die Niederschlagsvorhersage basiert auf der Auswertung von Radarniederschlagsdaten und den Ergebnissen numerischer Vorhersagemodelle des DWD.

Für einen Vorhersagezeitraum von zwei Stunden wird auf Basis der Auswertung von Radarniederschlagsdaten 5-minütlich ein so genannter Radar-Nowcast (Kurzfristvorhersage) berechnet. Dieser basiert auf der Erkennung von Zellkernen des Niederschlages, deren Bewegungsgeschwindigkeit und -richtung analysiert werden. Zudem gehen Größen- und Intensitätsänderungen der Niederschlagszellen in den Radar-Nowcast ein.

Zur Niederschlagsvorhersage von bis zu einem Tag werden die Vorhersagen des numerischen Vorhersagemodells ICON-D2-EPS des DWD verwendet.

Die Vorhersagedaten des Radar-Nowcasts und des ICON-D2-EPS-Modells werden zu einer Tagesvorhersage kombiniert. Für die ersten beiden Stunden werden nur die Radarvorhersagen verwendet. Für die dritte und vierte Stunde werden im so genannten Blending beide Datensätze zu einer gemeinsamen Niederschlagsvorhersage kombiniert, ab der fünften Stunde basiert die Niederschlagsvorhersage auf dem ICON-D2-EPS-Modell. Diese Niederschlagsvorhersage wird in einem Zeitintervall von fünf Minuten mit dem jeweils verfügbaren ICON-D2-EPS-Daten erstellt.

Darstellung von Nowcast, Blending und Vorhersage

Der Warndienst Binnenhochwasser orientiert sich hinsichtlich der Einstufung der vorhergesagten Niederschläge an den Kriterien des Deutschen Wetterdienstes für Wetter- und Unwetterwarnungen. Diese sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Einstufung der Niederschlagsvorhersage
Warnstufe Beschreibung Kriterium
Keine Warnung
Starkregen 10-25 mm in 1 Std.
Starkregen 20-35 mm in 6 Std.
Ergiebiger Starkregen > 25 mm in 1 Std.
Ergiebiger Starkregen > 35 mm in 6 Std.
Dauerregen 25-40 mm in 12 Std.
Dauerregen 30-50 mm in 24 Std.
Dauerregen 40-60 mm in 48 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 40 mm in 12 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 50 mm in 24 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 60 mm in 48 Std.
Extremer Dauerregen > 70 mm in 12 Std.
Extremer Dauerregen > 80 mm in 24 Std.
Extremer Dauerregen > 90 mm in 48 Std.

Hinweis: 1 mm Niederschlag entspricht 1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter



Gemessene Niederschläge

Die Einstufung und farbliche Darstellung der gemessenen Niederschläge in den Symbolen der Karte und Tabelle basiert auf der Ermittlung der Niederschlagssummen in den Einzugsgebieten der Beobachtungspegel. Diese werden durch die Auswertung von Radarniederschlägen mit einer räumlichen Auflösung von 1 x 1 km und einer zeitlichen Auflösung von 5 Minuten berechnet. Als Ergebnis ergibt sich ein über das jeweilige Pegeleinzugsgebiet gemittelte Gebietsniederschlag.

Der Warndienst Binnenhochwasser orientiert sich hinsichtlich der Einstufung der gemessenen Gebietsniederschläge ebenfalls an den Kriterien des Deutschen Wetterdienstes für Wetter- und Unwetterwarnungen. Diese sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Einstufung der Gebietsniederschläge
Warnstufe Beschreibung Kriterium
Keine Warnung
Starkregen 10-25 mm in 1 Std.
Starkregen 20-35 mm in 6 Std.
Ergiebiger Starkregen > 25 mm in 1 Std.
Ergiebiger Starkregen > 35 mm in 6 Std.
Extrem heftiger Starkregen > 40 mm in 1 Std.
Extrem heftiger Starkregen > 60 mm in 6 Std.
Dauerregen 25-40 mm in 12 Std.
Dauerregen 30-50 mm in 24 Std.
Dauerregen 40-60 mm in 48 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 40 mm in 12 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 50 mm in 24 Std.
Ergiebiger Dauerregen > 60 mm in 48 Std.
Extremer Dauerregen > 70 mm in 12 Std.
Extremer Dauerregen > 80 mm in 24 Std.
Extremer Dauerregen > 90 mm in 48 Std.


Wasserstände

Die Wasserstände an den Warnpegeln werden mittels Datenfernübertragung an den Warndienst Binnenhochwasser übermittelt. Besteht keine Hochwassersituation am Pegel, sendet dieser stündlich eine Zeitreihe der vergangenen Stunde, diese mit einer zeitlichen Auflösung von 5 Minuten. Erreicht der Wasserstand am Pegel die Mittlere Warnstufe, so erfolgt die Datenübertragung in kürzeren Intervallen. Diese betragen in Abhängigkeit von der Reaktion des Gewässers auf Niederschläge zwischen 15 und 30 Minuten. Entsprechend den nachfolgend beschriebenen Warnstufen erfolgt eine Einfärbung des Segmentes des Symboles für den Wasserstand.

Die Einstufung der Wasserstände an den Warnpegeln erfolgt in drei Warnstufen, die in der nachfolgenden Übersicht dargestellt sind.

Einstufung der Wasserstände
Warnstufe Bedeutung
Keine Hochwassergefahr
Gefahr erster Ausuferungen
Gefahr größerer Überschwemmungen

Bei der Mittleren Warnstufe besteht die Gefahr, dass Gewässer stellenweise über ihre Ufer treten und es muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Abflusswege frei sind, um eine Verschärfung der Hochwassersituation zu vermeiden.

Kommt es aufgrund weiter ansteigenden Wasserständen oder entsprechenden Niederschlagsvorhersagen zur Anhebung auf die Hohe Warnstufe, besteht die Gefahr größerer Schäden und es müssen ggf. Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden. Dies gilt insbesondere für bebaute Grundstücke und Verkehrsflächen in unmittelbarer Nähe von Gewässern. Bekannte Gefahrenstellen sollten gemieden, Fahrzeuge ggf. evakuiert werden. Abschwemmgefährdete Gegenstände sind zu entfernen oder zu sichern.



Profil

Das Profil zeigt einen Querschnitt des Geländes am Pegelstandort, um zu verdeutlichen, was ein bestimmter Wasserstand im Gelände bedeutet.

Dafür sind im Digitalen Geländemodell (DGM) an den Standorten der Warnpegel Profile gezeichnet worden, welche teilweise durch Nachmessungen der Gewässersohle im Gewässer bearbeitet wurden, und dann sind mit Stützpunkten im Verlauf der Geländehöhe die Warnstufen des Pegels ergänzt worden.

Dargestellt sind der Verlauf der Geländehöhe am Standort des Pegels, die aktuelle Ausbreitung des Wasserstandes, die Kennwerte Mittelwasser und Höchstes Hochwasser, sowie die festgelegten Warnstufen des Pegels.

Zu beachten ist, dass die Geländehöhe in der Abbildung eine Überhöhung besitzt, um Veränderungen im Wasserstand an jedem Gewässer sichtbar zu machen. Dies wäre bei einer gleichen Skalierung nicht überall gegeben. Daher ist jeweils die y-Achse zu beachten, welcher Wertebereich genau dargestellt ist.

Hinweis: Auch wenn der bordvolle Wasserstand am Pegel selbst nicht erreicht ist, sind Überschwemmungen unter- und oberstromig des Pegels möglich.

Nachstehende Abbildung zeigt ein Beispiel eines Gewässerprofils.

Beispiel eines Gewässerprofils



Karte

Die Karte zeigt die potenzielle Ausbreitung markanter Wasserstände im Bereich des Warnpegels. Bei der Karte handelt es sich um eine statische Karte, die nicht die Ausbreitung des aktuellen Wasserstandes darstellt, sondern mögliche Ausbreitungen bei der Mittleren Warnstufe, der Hohen Warnstufe und des bisher aufgetretenen Höchsten Hochwasser (HHW) zeigt.

Dafür ist mit dem Digitalen Geländemodell (DGM) eine Analyse durchgeführt und ermittelt worden, wie die Ausbreitung des Gewässers bei den genannten Wasserständen aussieht.

Aufgrund von Ungenauigkeiten im DGM können in der Realität bei Hochwasser Abweichungen vom gezeigten Ausmaß auftreten. Die Karte dient als Orientierung für die potenzielle Ausbreitung der möglichen Überschwemmungen. Für die Korrektheit des dargestellten Ausmaßes übernimmt der LSBG keine Gewähr.

Nachstehende Abbildung zeigt ein Beispiel einer Karte.

Beispiel einer Karte mit Überschwemmungsgebieten